Die digitale Transformation in der Supply Chain bringt vor allem eines: Automatisierung, Transparenz und vernetzte Systeme wie ERP, WMS oder IoT. Doch ohne klare Kennzahlen fehlt die Kontrolle. Mit den folgenden sieben KPIs können Sie Fortschritte präzise messen und Schwachstellen frühzeitig erkennen:
- Liefertermintreue (On Time Delivery Rate): Gibt an, wie pünktlich Lieferungen ankommen. Zielwert: ≥95 %.
- Perfect Order Rate (POR): Misst, ob Bestellungen vollständig, unbeschädigt und korrekt dokumentiert sind. Zielwert: ≥99 %.
- Bestandsgenauigkeit (Inventory Accuracy): Zeigt die Übereinstimmung zwischen tatsächlichen und erfassten Lagerbeständen. Zielwert: ≥99,5 %.
- Lagerumschlagshäufigkeit & durchschnittliche Lagerdauer: Analysieren Kapitalbindung und Effizienz der Lagerbestände.
- Frachtkosten pro Tonne: Kontrolliert die Transportkosten im Verhältnis zur versendeten Tonnage.
- Lieferantenpünktlichkeit (Supplier On Time Delivery): Bewertet die Zuverlässigkeit der Lieferanten. Zielwert: ≥95 %.
- Supply Chain Visibility & Digital Maturity Index: Erfasst Echtzeit-Transparenz und den digitalen Entwicklungsstand.
Mit Rankingwerk GmbH setzen Sie diese KPIs gezielt um – von der Standardisierung Ihrer Prozesse bis zur Implementierung moderner BI-Tools. Starten Sie jetzt und machen Sie Ihre Supply Chain effizienter und transparenter.

7 Supply Chain KPIs für digitale Transformation – Übersicht & Zielwerte
1. On Time Delivery Rate (Liefertermintreue)
Die On Time Delivery Rate (OTD) zeigt, wie viele Lieferungen pünktlich beim Empfänger ankommen. Die Berechnung ist klar und unkompliziert:
OTD (%) = (Pünktliche Lieferungen ÷ Gesamte Lieferungen) × 100
Ein guter OTD-Wert liegt bei 95 % oder mehr. In Branchen mit hohen Anforderungen, wie der Automobilindustrie, sind sogar Werte zwischen 95 % und 98 % Standard, da Verzögerungen dort schnell zu Produktionsausfällen führen können.
Durch die Digitalisierung hat sich die OTD-Analyse stark verändert: Sie ist nicht mehr nur eine rückblickende Kennzahl, sondern liefert dank der Integration von ERP- und Transport Management Systemen (TMS) Echtzeit-Daten. Automatische Zeitstempel machen es möglich, Lieferungen direkt nach Spediteur, Route oder Produktgruppe auszuwerten.
Wichtig ist, den Begriff „pünktlich“ einheitlich zu definieren – ob sich dies auf den Versandzeitpunkt oder den Empfang beim Kunden bezieht. Diese Definition sollte in allen Systemen und Service Level Agreements (SLAs) dokumentiert sein. Kombiniert man die OTD mit der Vollständigkeit der Lieferung, erhält man den OTIF-Wert (On Time, In Full), der die Lieferqualität noch umfassender bewertet.
Im nächsten Abschnitt geht es um die Perfect Order Rate, die weitere wichtige Aspekte Ihrer Lieferperformance beleuchtet.
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2. Perfect Order Rate
Die Perfect Order Rate (POR) gibt an, ob eine Bestellung vollständig, unbeschädigt und mit korrekter Dokumentation abgewickelt wurde.
POR (%) = (Anzahl korrekter Bestellungen ÷ Gesamte Bestellungen) × 100
Eine Bestellung wird nur dann als „korrekt“ gewertet, wenn alle Kriterien gleichzeitig erfüllt sind. Fehlt ein Artikel, gibt es Transportschäden oder ist die Dokumentation fehlerhaft, zählt die Bestellung nicht. Dadurch wird die POR zu einem äußerst präzisen KPI.
Gerade in der digitalen Transformation zeigt die POR, ob die eingesetzten Systeme reibungslos zusammenarbeiten. Systeme wie ERP, Warehouse Management System (WMS) und TMS müssen perfekt synchronisiert sein, damit Lagerbestände, Lieferzusagen und Transportplanung übereinstimmen. Werden hingegen isolierte Tools wie Excel verwendet, können falsche Mengenangaben, verpasste Lieferzeiten oder fehlende Dokumente die Folge sein. Eine enge Systemintegration ist daher entscheidend für eine effizient funktionierende Lieferkette.
| Bestandteil einer korrekten Bestellung | Relevantes System | Auswirkung bei Fehler |
|---|---|---|
| Pünktliche Lieferung | TMS / Echtzeit-Tracking | Vertragsstrafen, Vertrauensverlust |
| Vollständige Menge | WMS / Bestandsführung | Rückstände, Nachlieferkosten |
| Unbeschädigte Ware | Schadensmeldung / TMS | Ersatzlieferung, Versicherungsaufwand |
| Korrekte Dokumentation | ERP / automatisierte Rechnungsstellung | Zahlungsverzögerungen, Verwaltungsaufwand |
Ein POR von über 99 % gilt als Spitzenwert, während 97–99 % den Standard guter Performance darstellen. Doch Achtung: Selbst bei 95 % ist jede zwanzigste Bestellung fehlerhaft – bei großen Auftragsvolumen können die daraus resultierenden Kosten und Kundenprobleme erheblich sein. Unternehmen, die die POR kontinuierlich überwachen, können Schwachstellen frühzeitig identifizieren und gezielt handeln, bevor der Kunde negative Folgen spürt.
Die regelmäßige Analyse der POR zeigt, wo Prozesse optimiert werden können – im nächsten Abschnitt betrachten wir eine weitere zentrale Kennzahl.
3. Inventory Accuracy
Inventory Accuracy (Bestandsgenauigkeit) misst, wie exakt die im Warehouse Management System (WMS) erfassten Bestände mit den tatsächlich vorhandenen Lagerbeständen übereinstimmen. Obwohl das Konzept simpel klingt, ist dieser KPI entscheidend für den Erfolg von Lager- und Lieferprozessen.
Denn nahezu alle digitalen Abläufe – von der Disposition über Fulfillment bis hin zur Bedarfsplanung – basieren auf diesen Daten. Sind diese ungenau, helfen selbst die besten Tools nicht weiter: Garbage in, garbage out. Eine hohe Bestandsgenauigkeit wirkt sich zudem direkt auf andere KPIs wie die Liefertermintreue und die Perfect Order Rate aus. Wer KI-gestützte Prognosen nutzen möchte, braucht mindestens 12 bis 18 Monate verlässliche WMS-Daten als Grundlage.
Was kostet ungenaue Bestände?
Papierbasierte Lagerprozesse erreichen im Schnitt nur eine Bestandsgenauigkeit von 63 %. Liegt die Genauigkeit unter 95 %, entstehen Phantombestände, die zu Fehlern in der Einkaufs- und Produktionsplanung führen.
Wie unterstützen digitale Tools?
Der Schlüssel liegt in der Vermeidung von Medienbrüchen. Jeder Bruch zwischen analogen und digitalen Prozessen erhöht das Fehlerpotenzial. Ein modernes WMS, das nahtlos mit dem ERP-System verknüpft ist, erfasst Lagerbewegungen wie Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Versand in Echtzeit. Barcode-Scanner und RFID-Technologie minimieren dabei manuelle Eingriffe fast vollständig. So ermöglichen digitale Lösungen eine Bestandsgenauigkeit von über 99,5 % und sorgen gleichzeitig für optimierte Lagerprozesse.
| Technologie | Bestandsgenauigkeit | Besonderheit |
|---|---|---|
| Papierbasiert | ~63 % | Hoher manueller Aufwand, fehleranfällig |
| Barcode-Scanner + WMS | >99 % | Kosteneffizient, schnell implementierbar |
| RFID + WMS | >99,5 % | Kein Sichtkontakt nötig, Massenerfassung möglich |
Ein weiterer effektiver Ansatz ist Cycle Counting statt der klassischen jährlichen Vollinventur. Hierbei werden regelmäßig kleine Stichproben digital geprüft – gesteuert durch das WMS. Diese Methode hält die Bestandsgenauigkeit das ganze Jahr über auf einem hohen Niveau, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Gleichzeitig steigert sie die Effizienz und unterstützt den Weg zur digitalen Transformation.
Mit präzisen Bestandsdaten schaffen Sie die Grundlage für weitere digitale Verbesserungen in Ihrer Supply Chain.
4. Lagerumschlagshäufigkeit und durchschnittliche Lagerdauer
Die Lagerumschlagshäufigkeit und die durchschnittliche Lagerdauer (DSI) sind eng miteinander verknüpft. Während die Lagerumschlagshäufigkeit zeigt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr umgesetzt wird, beantwortet die DSI die Frage, wie viele Tage ein Artikel durchschnittlich im Lager verweilt, bevor er weiterverkauft wird.
| KPI | Formel | Aussage |
|---|---|---|
| Lagerumschlagshäufigkeit | Warenverbrauch / Ø Lagerbestand | Gibt an, wie oft der Bestand pro Jahr umgeschlagen wird |
| Durchschnittliche Lagerdauer (DSI) | 360 Tage / Lagerumschlagshäufigkeit | Zeigt die durchschnittliche Verweildauer eines Artikels im Lager an |
Beide Kennzahlen verdeutlichen, wie viel Kapital durch Lagerbestände gebunden ist. Besonders problematisch sind sogenannte Lagerhüter – Artikel mit einer Umschlagshäufigkeit unter 1. Sie blockieren wertvolle Lagerfläche und verursachen unnötige Kosten. Diese Lagerkosten belaufen sich häufig auf 15 % bis 25 % des Lagerwertes pro Jahr und wirken sich direkt auf die Liquidität aus.
Warum ist ein Gesamtdurchschnitt nicht ausreichend?
Ein Durchschnittswert über das gesamte Lager verschleiert oft die tatsächlichen Engpässe. Erst durch eine detaillierte Betrachtung der Lagerumschlagshäufigkeit und der DSI auf Ebene einzelner Artikel oder Materialgruppen wird sichtbar, welche Bestände Kapital binden. Genau hier kommen moderne ERP-Systeme ins Spiel: Lösungen wie SAP ermöglichen eine gezielte Analyse nach Kalendermonaten, Materialtypen, Artikelnummern und Lagerstandorten – und das in Echtzeit. So erhalten Sie präzise Einblicke, die weit über die Möglichkeiten einer Excel-Tabelle hinausgehen.
Wie unterstützen ERP-Systeme und Analytics?
Ohne eine digitale Grundlage ist eine zuverlässige Datenerfassung für diese KPIs kaum möglich. Wer beispielsweise Wareneingänge noch manuell auf Papier dokumentiert, hat keine Basis für fundierte Analysen. Moderne ERP-Systeme integrieren Daten aus Lagerhaltung, Einkauf und Finanzen und ermöglichen eine durchgängige Steuerung. Ergänzend visualisieren BI-Tools die relevanten Kennzahlen und zeigen frühzeitig Handlungsbedarf auf.
In Kombination mit einer ABC-XYZ-Analyse – einer Klassifizierung nach Wert und Nachfrageschwankungen – können Sie eine gezielte Bestandsstrategie entwickeln. So werden AX-Artikel (hoher Wert, stabile Nachfrage) effizient in der Nähe der Packstationen platziert, während C-Artikel mit geringem Umschlag reduziert oder ausgelagert werden.
Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie eine zuverlässige Lieferantenbewertung die Supply Chain in der digitalen Transformation weiter verbessert.
5. Frachtkosten pro versendeter Tonne
Dieser KPI zeigt, wie hoch die Kosten für den Transport einer Tonne Ware sind. Die Berechnung ist simpel: Gesamte Frachtkosten ÷ Gesamte versendete Tonnage innerhalb eines definierten Zeitraums. Damit erhalten Sie einen klaren Einblick in Ihre Transportkosten und eine der wichtigsten Kennzahlen in der Logistik.
Warum sind „Kosten pro Sendung“ nicht ausreichend?
Die Betrachtung der Kosten pro Sendung allein kann ein verzerrtes Bild liefern. Dieser KPI schafft eine einheitliche Grundlage, um Carrier, Routen und Zeiträume objektiv zu vergleichen. Für produzierende Unternehmen ist das besonders wichtig, da Transportkosten oft 5 % bis 10 % des Gesamtumsatzes ausmachen.
Was sagt dieser KPI über Ihre Logistikkosten aus?
Ein Anstieg der Frachtkosten pro Tonne weist oft auf Schwachstellen in den Abläufen hin. Häufige Ursachen sind:
- Schlechte Auslastung: Halbvolle Fahrzeuge treiben die Kosten pro Tonne in die Höhe.
- Zusatzkosten: Wartezeiten, Zuschläge oder Gebühren für Sonderleistungen summieren sich und erhöhen die Kosten.
Wie kann ein digitales TMS unterstützen?
Ein modernes Transport Management System (TMS) erleichtert die Arbeit durch automatisierte Datenerfassung. Es übernimmt Sendungsgewichte aus dem ERP-System und gleicht diese automatisch mit den Rechnungen der Carrier ab. So werden Abweichungen von vereinbarten Tarifen sofort erkannt. Außerdem ermöglicht ein TMS Rate Shopping, also den automatisierten Vergleich von Tarifen verschiedener Carrier, um für jede Sendung die günstigste Option zu wählen.
Durch Funktionen wie automatische Rechnungsprüfung, Analyse der Auslastung und Benchmarking verschiedener Carrier ersetzt ein TMS aufwendige Excel-Tabellen. Es bietet eine solide Basis für Verhandlungen mit Logistikdienstleistern und hilft, weitere Kostentreiber in der Logistik zu identifizieren. Mit diesem KPI schaffen Sie die Grundlage für eine effizientere und kostensparende Logistikstrategie.
6. Supplier On Time Delivery and Reliability (Lieferantenpünktlichkeit und -zuverlässigkeit)
Dieser KPI zeigt, ob Lieferanten ihre Lieferungen termingerecht und vollständig ausführen. Dabei ist es wichtig, immer das ursprünglich vereinbarte Lieferdatum als Maßstab zu nehmen. Verschiebungen, die später als „pünktlich“ deklariert werden, verschleiern oft bestehende Probleme. Solche Verzögerungen werden häufig erst erkannt, wenn die Produktion bereits ins Stocken gerät.
Ein unzuverlässiger Lieferant kann eine ganze Kette von Problemen auslösen: Produktionsstillstände, erhöhte Sicherheitsbestände und teure Expresslieferungen. Ein OTIF-Wert von 95 % wird häufig als Zielwert genannt – doch selbst dieser bedeutet, dass jede zwanzigste Bestellung nicht wie geplant ankommt. Besonders bei kritischen Bauteilen oder Lieferanten, die alleinige Anbieter sind, kann das schwerwiegende Folgen haben.
Dank der digitalen Transformation werden Lieferantendaten heute in Echtzeit erfasst und analysiert. Die wichtigsten Kennzahlen dabei sind:
- On-Time Delivery (OTD): Termintreue im Vergleich zum ursprünglichen Lieferdatum
- In-Full: Vergleich von gelieferter und bestellter Menge
- Ergänzend spielen Qualität (Reklamationsquote) und Reaktionsgeschwindigkeit (z. B. bei Auftragsbestätigungen) eine wichtige Rolle.
Moderne ERP-Systeme und Lieferantenportale ermöglichen eine lückenlose Überwachung in Echtzeit. Sie automatisieren den Abgleich von Lieferabrufen und Wareneingängen und unterstützen mit Funktionen wie Advance Shipping Notices (ASNs). Unregelmäßigkeiten in den Lieferzeiten können frühzeitig erkannt werden. Digitale Dashboards analysieren solche Muster automatisch und informieren das Einkaufsteam rechtzeitig über potenzielle Risiken.
7. Supply Chain Visibility und Digital Maturity Index
Supply Chain Visibility (SCV) steht für die Echtzeit-Transparenz innerhalb der gesamten Lieferkette. Sie ermöglicht es, Lagerbestände, Lieferstatus und potenzielle Risiken in Echtzeit zu erfassen. Technologien wie IoT, Cloud-Lösungen und Big Data spielen hier eine zentrale Rolle, indem sie aus Rohdaten nützliche Erkenntnisse generieren. Während SCV den aktuellen Zustand der Lieferkette abbildet, zeigt der Digital Maturity Index, wie weit die digitale Integration eines Unternehmens fortgeschritten ist.
Der Digital Maturity Index (DMI) geht einen Schritt weiter, indem er den Einsatzgrad moderner Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Robotik und Digital Twins bewertet. Als Grundlage dient das SCOR-Modell, das die Prozesse in Plan, Source, Make, Deliver, Return und Enable unterteilt. Der DMI hilft nicht nur dabei, den aktuellen Stand zu ermitteln, sondern deckt auch gezielt Schwachstellen auf, die verbessert werden können.
Diese beiden Kennzahlen ergänzen sich ideal: SCV liefert ein Echtzeitbild der aktuellen Abläufe, während der DMI den digitalen Entwicklungsstand der Infrastruktur bewertet. Gemeinsam helfen sie, Investitionen gezielt zu steuern – etwa wenn der Einsatz von KI im Bereich „Source“ hinter dem von „Make“ zurückbleibt. Laut Studien liegt der durchschnittliche digitale Reifegrad globaler Lieferketten aktuell bei nur 30 % des möglichen Maximums. Das zeigt, wie viel Potenzial noch ungenutzt bleibt.
Ein sinnvoller Startpunkt für die Analyse ist der Bereich „Enable“, der sich auf Stammdatenmanagement und automatisierte Berichterstattung konzentriert. Gerade hier gibt es enormes Transformationspotenzial. Doch eines ist klar: Saubere Stammdaten sind nicht verhandelbar – sie sind die Grundlage für jede digitale Optimierung. Zwar kann KI bei der Datenpflege unterstützen, doch die grundlegende Bereinigung bleibt eine Aufgabe, die nicht automatisiert werden kann.
Wie andere KPIs in der digitalen Transformation bieten SCV und DMI wertvolle Echtzeit-Einblicke, die als Basis für strategische Entscheidungen dienen.
| Reifegrad | Merkmale | Typische Technologien |
|---|---|---|
| Traditionell | Isolierte Dateninseln, manuelle Prozesse | Excel, Legacy-Systeme |
| Vernetzt | Cloud-basierte Datenverfügbarkeit, Transparenz | Cloud/API, IoT, integrierte Plattformen |
| Intelligent | Datengetriebene Entscheidungen, prädiktive Planung | KI, Advanced Analytics, Digital Twins |
Wie setzen deutsche Industrie-KMU diese KPIs in der Praxis um?
Nachdem die passenden KPIs festgelegt wurden, geht es darum, sie effizient in die Praxis umzusetzen. Dieser Leitfaden zeigt, wie deutsche Industrie-KMU dabei vorgehen können.
Prozesse vereinheitlichen
Bevor Dashboards erstellt werden, sollten Prozesse mit klaren Start- und Endpunkten standardisiert werden. Nur so ist ein echter Vergleich von KPIs zwischen verschiedenen Standorten oder Abteilungen möglich. Ohne diese Grundlage messen Teams oft dasselbe, aber auf unterschiedliche Weise. Erst danach folgt der technische Aufbau.
Zentrale Systeme verknüpfen
Verbinde ERP-, WMS- und TMS-Systeme über API oder EDI, um eine einheitliche Datenbasis für Business Intelligence (BI) zu schaffen. Ergänzend liefern IoT-Sensoren Echtzeitdaten zu Faktoren wie Standort, Temperatur oder Ladegewicht. Ob Cloud-, On-Premises- oder Hybrid-Lösungen verwendet werden, hängt von den individuellen Sicherheits- und Kapazitätsanforderungen ab.
Verantwortlichkeiten klären und Mitarbeiter schulen
Jedem KPI sollte ein Verantwortlicher zugewiesen werden, der sicherstellt, dass die Datenbasis konsistent und nachvollziehbar bleibt. Regelmäßige Schulungen helfen dabei, alle Beteiligten ins Boot zu holen. Ohne klare Verantwortlichkeiten können schnell Lücken entstehen: Wenn z. B. der Nutzen eines Scanners nicht verstanden wird, bleibt die Datenerfassung unvollständig. Sichtbare KPI-Boards – ob physisch im Lager oder digital als Dashboard – fördern die Akzeptanz und schaffen Transparenz.
Schrittweise Implementierung
Starte mit einer Abteilung, sammele Erfahrungen und erweitere das System schrittweise. Monatliche Überprüfungen helfen, Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und umzusetzen.
Externe Unterstützung nutzen
Für benutzerfreundliche Online-Dashboards mit Kundennutzen lohnt sich der Einsatz externer Expertise. Die Rankingwerk GmbH unterstützt Industrie- und Handwerksbetriebe beim Aufbau digitaler Portale, die sowohl die externe Sichtbarkeit erhöhen als auch interne Prozesse transparenter machen.
| Implementierungsphase | Kernaufgaben |
|---|---|
| Standardisierung | Einheitliche Prozessmodelle entwickeln, Begriffe und Prozessgrenzen definieren |
| KPI-Definition | Strukturelle, qualitative und produktivitätsbezogene Kennzahlen festlegen |
| Datenmapping | Scan-Punkte im ERP/WMS identifizieren, Ist-Zeiten automatisch erfassen |
| Technischer Aufbau | Quellsysteme an zentrales BI-Tool anbinden, Dashboards einrichten |
| Kontinuierliche Verbesserung | Monatliche Review-Workshops, Datenqualität prüfen, Strategie anpassen |
Fazit
Die in diesem Artikel vorgestellten sieben KPIs sind keine bloßen Zahlen, sondern echte Werkzeuge, um den Fortschritt der digitalen Transformation in deiner Supply Chain messbar zu machen – und das ohne auf bloßes Bauchgefühl angewiesen zu sein. Mit der konsequenten Überwachung von Kennzahlen wie Liefertermintreue, Bestandsgenauigkeit und Frachtkosten lassen sich Schwachstellen frühzeitig erkennen und gezielt beheben.
Dabei gilt: Fang nicht mit allem auf einmal an. Fokussiere dich zunächst auf fünf bis zehn KPIs, die unmittelbar mit deinen Unternehmenszielen verknüpft sind. Eine solide Datenbasis und gepflegte Stammdaten sind dabei unerlässlich. Erst wenn diese Grundlage steht, lohnt sich der Einsatz von digitalen Tools wie BI-Dashboards oder integrierten ERP/WMS-Systemen.
Die Digitalisierung deiner Supply Chain ist ein Prozess, der Schritt für Schritt erfolgt. Wer heute mit klaren Zielen und den passenden Kennzahlen startet, schafft die Basis für datengetriebene Entscheidungen – und sichert sich langfristig mehr Effizienz und Transparenz.
FAQs
Mit welchen 5–10 KPIs sollte ich starten?
Zu den zentralen Kennzahlen, die den Erfolg und die Effizienz in der Supply Chain bewerten, gehören:
- Prognosegenauigkeit: Wie präzise zukünftige Bedarfe vorhergesagt werden.
- On-Time In-Full (OTIF): Der Prozentsatz der Lieferungen, die pünktlich und vollständig ankommen.
- Perfect Order Index: Misst die Anzahl der fehlerfreien Bestellungen.
- Cash-to-Cash-Zyklus: Die Zeitspanne, die benötigt wird, um investiertes Kapital in liquide Mittel umzuwandeln.
- Lagerumschlag: Wie oft der Lagerbestand innerhalb eines bestimmten Zeitraums erneuert wird.
- Lieferbereitschaft: Die Fähigkeit, Kundenaufträge sofort aus dem Lagerbestand zu bedienen.
- Durchlaufzeit: Die Zeit, die ein Produkt von der Bestellung bis zur Lieferung benötigt.
- First Pass Yield: Der Prozentsatz der Produkte, die ohne Nacharbeit den Qualitätsstandard erfüllen.
- Kosten- und Flow-Metriken: Dazu gehört unter anderem die Zykluszeit, die die Geschwindigkeit und Effizienz der Prozesse widerspiegelt.
Diese KPIs sind entscheidend, um die Leistung der Supply Chain während der digitalen Transformation effektiv zu bewerten und gezielt zu optimieren.
Wie definiere ich „pünktlich“ bei On Time Delivery einheitlich?
„Pünktlich“ bei On Time Delivery (OTD) bedeutet aus Sicht des Kunden, dass die Lieferung innerhalb des vereinbarten Zeitfensters ankommt, wie es in den Service Level Agreements (SLAs) festgelegt ist. Entscheidend ist dabei, dass die Ware tatsächlich den Empfänger erreicht – und nicht nur das Lager verlässt. Diese klare Definition sorgt dafür, dass die Erwartungen der Kunden vollständig erfüllt werden.
Welche Systemanbindungen benötige ich für zuverlässige KPI-Daten?
Um präzise und verlässliche KPI-Daten zu erhalten, ist die Integration verschiedener Systeme entscheidend. Dazu gehören ERP-Systeme, Lagerverwaltungssysteme (WMS), Transportmanagementsysteme (TMS), Lieferantenportale, Bedarfsplanungssysteme, IoT-Sensoren und externe Risikodatenquellen. Diese Systeme schaffen zusammen eine umfassende Datenbasis, die regelmäßig aktualisiert wird – idealerweise in Echtzeit. So haben Sie stets die relevanten Kennzahlen im Blick und können fundierte Entscheidungen treffen.






