Bilder machen oft mehr als die Hälfte des Gewichts einer Website aus – und entscheiden damit über Ladezeit, Core Web Vitals und Rankings. Dieser Leitfaden zeigt, wie Du mit modernen Formaten wie WebP und AVIF, präzisen Alt-Texten, Komprimierung, responsiven Bildern und Image-Sitemaps Deine Website schneller machst und bei Google besser sichtbar wirst.
Die Wahl des Formats entscheidet über Dateigröße und Qualität. JPEG ist ideal für Fotos mit vielen Farben und Verläufen – verlustbehaftet komprimiert, ohne Transparenz. PNG bewahrt jedes Pixel und unterstützt Transparenz, ist damit perfekt für Logos, Icons und Screenshots, erzeugt bei Fotos aber große Dateien. Für einfache Grafiken mit wenigen Farben spart PNG-8 gegenüber PNG-24 bis zu 80 Prozent.
SVG ist ein Vektorformat: Es basiert auf mathematischen Formen statt Pixeln, bleibt auf jedem Bildschirm gestochen scharf, ist klein und lässt sich per CSS anpassen – die erste Wahl für Logos, Icons und Illustrationen. WebP kombiniert verlustbehaftete und verlustfreie Kompression, unterstützt Transparenz und Animationen und ist mit über 97 Prozent Browser-Unterstützung längst Standard. AVIF komprimiert noch einmal 20 bis 50 Prozent stärker als WebP und wird von rund 92 Prozent der Browser unterstützt.
Moderne CMS und CDNs wählen das passende Format automatisch anhand der Browser-Fähigkeiten. Mit dem picture-Element lieferst Du AVIF an moderne Browser und WebP oder JPEG als Fallback – so bekommt jeder Nutzer die beste Version.
25–34 %kleiner ist WebP im Vergleich zu JPEG bei gleicher Qualität
20–50 %zusätzliche Ersparnis durch AVIF gegenüber WebP
97 %Browser-Unterstützung für WebP
bis zu 7 %mehr Conversions durch 100 Millisekunden weniger Ladezeit
Aus der PraxisFür Handwerks-Websites reicht meist: SVG für Logo und Icons, WebP für Projektfotos, AVIF dort, wo das CMS es automatisch erzeugt. Wie wir Websites technisch aufbauen: Webdesign für Handwerksbetriebe.
Kapitel 2
Dateinamen, Alt-Texte und Metadaten: Bilder für Google lesbar machen
Suchmaschinen verstehen Bilder über Text. Ein Dateiname wie „badsanierung-bonn-beuel.jpg“ sagt Google, was zu sehen ist, und stärkt den thematischen Zusammenhang; „IMG_1234.jpg“ bringt nichts. Benenne Bilder vor dem Upload um, verwende Bindestriche statt Unterstriche und halte den Namen zum Seitenkontext passend.
Alt-Texte haben zwei Aufgaben: Sie beschreiben Bilder für Screenreader und liefern Suchmaschinen Kontext. Beschreibe, was auf dem Bild zu sehen ist, statt Keywords aneinanderzureihen – „Monteur installiert Wärmepumpe vor Einfamilienhaus“ statt „Wärmepumpe Heizung kaufen günstig“. Füllwörter wie „Bild von“ sind überflüssig, weil Screenreader ohnehin ansagen, dass es sich um ein Bild handelt.
Die ideale Länge liegt bei 70 bis 100 Zeichen. Jeder Alt-Text ist einzigartig, rein dekorative Bilder bekommen ein leeres Alt-Attribut, damit Screenreader sie überspringen. Platziere Bilder nahe am passenden Text und ergänze Bildunterschriften – die Kombination aus Dateiname, Alt-Text und Position sorgt für bessere Rankings in der Bildersuche und ein zugänglicheres Nutzererlebnis.
Dateinamebeschreibend, kleingeschrieben, mit Bindestrichen – „schreinerei-eichentisch-massiv.webp“
Alt-Text70 bis 100 Zeichen, beschreibt das Motiv, einzigartig pro Bild, leer bei reinen Deko-Bildern
KontextBild neben dem passenden Absatz, Bildunterschrift mit Mehrwert, Title-Attribut optional
BarrierefreiheitGute Alt-Texte sind keine SEO-Spielerei, sondern Grundlage barrierefreier Websites – und mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Unternehmen auch rechtlich relevant. Wer sie sauber pflegt, gewinnt doppelt: bei Google und bei Nutzern mit Sehbehinderung.
Kapitel 3
Bilder richtig komprimieren und skalieren
Bilder machen oft bis zu 60 Prozent des Gewichts einer Website aus. Smarte verlustbehaftete Komprimierung reduziert die Dateigröße drastisch – häufig um bis zu 80 Prozent –, indem Farbinformationen entfernt werden, die das Auge kaum wahrnimmt. Für JPEG hat sich ein Qualitätswert von 75 bis 85 bewährt; das spart 40 bis 60 Prozent. Unnötige EXIF-Daten kosten weitere 10 bis 50 Kilobyte pro Bild.
Genauso wichtig ist die Skalierung: Lade keine Bilder in höherer Auflösung hoch, als sie angezeigt werden. Passe sie vor dem Upload an die Darstellungsbreite an – meist zwischen 320 und 1.280 Pixel, für Hero-Bilder bis 1.920 Pixel. Überdimensionierte Bilder verschwenden Bandbreite und verschlechtern den Largest Contentful Paint (LCP), einen zentralen Wert der Core Web Vitals. DPI-Werte spielen im Web keine Rolle, entscheidend sind allein die Pixelmaße.
Richtwerte für Dateigrößen
Standardbilder: unter 150 KB
Große Hero-Bilder: maximal 500 KB
Thumbnails und Icons: unter 30 KB, Icons als SVG
JPEG-Qualität: 75 bis 85 – darunter werden Artefakte sichtbar
Prüfen: PageSpeed Insights zeigt übergroße Bilder und das Einsparpotenzial in Kilobyte
WerkzeugeOnline-Tools und Desktop-Programme komprimieren einzeln oder im Stapel, WordPress-Plugins automatisieren Konvertierung und Skalierung beim Upload. Welches Werkzeug Du nutzt, ist zweitrangig – wichtig ist, dass jedes Bild durch den Prozess läuft.
Kapitel 4
Responsive Bilder, Lazy Loading und Caching
Deine Website läuft auf dem Smartphone genauso wie auf dem 4K-Monitor. Mit srcset bietest Du dem Browser mehrere Bildversionen an, und er wählt je nach Bildschirmbreite und Pixeldichte die passende Datei – Breitenangaben wie 800w oder 1200w und das sizes-Attribut steuern, welche Version bei welchem Breakpoint geladen wird. Das picture-Element geht weiter: Es liefert moderne Formate wie AVIF oder WebP mit Fallback und erlaubt Art Direction, also andere Bildausschnitte für mobile Geräte. Ein Standard-src bleibt immer erhalten.
Lazy Loading lädt Bilder erst, wenn sie in den sichtbaren Bereich scrollen: loading=lazy für alles unterhalb der Falte, fetchpriority=high für das Hero-Bild, das den LCP bestimmt. Browser-Caching sorgt dafür, dass bereits geladene Bilder beim nächsten Besuch lokal vorliegen – lange Cache-Control-Header von bis zu einem Jahr sind bei Bilddateien sinnvoll, weil sie sich selten ändern.
srcset & sizesmehrere Auflösungen, der Browser wählt die passende – nie mehr Pixel laden als nötig
picturemodernes Format mit Fallback und eigener Bildausschnitt für Mobil
Lazy Loading & CachingBilder unter der Falte später laden, das Hero-Bild priorisieren, lange Cache-Zeiten setzen
Warum das zähltDer LCP ist einer der drei Core-Web-Vitals-Werte, die Google fürs Ranking heranzieht – und auf den meisten Seiten ist das größte Element ein Bild. Wer das Hero-Bild priorisiert und den Rest verzögert lädt, verbessert Ladezeit, Absprungrate und Anfragen zugleich.
Kapitel 5
Image-Sitemaps und strukturierte Daten
Eine Image-Sitemap ist eine XML-Datei, die Suchmaschinen hilft, Bilder zu finden – auch solche, die per JavaScript geladen werden. Sie listet Bild-URLs und kann Bildunterschrift, Titel, Standort oder Lizenz enthalten. Das beschleunigt die Indexierung und bringt visuelle Inhalte in die Suchergebnisse. Eine Sitemap darf bis zu 50.000 Bilder und unkomprimiert 50 MB umfassen; kleinere Websites integrieren Bildinformationen einfach in die normale Sitemap.
Ergänzend kennzeichnen strukturierte Daten nach Schema.org, worum es bei einem Bild geht – etwa Produkt, Rezept oder Organisation –, damit Google es als Rich Result mit Preis, Bewertung oder Lizenz-Badge anzeigen kann. Die Sitemap verbessert die Auffindbarkeit, das Markup die Einordnung.
So baust Du die Image-Sitemap
Namespace: xmlns:image mit dem Google-Schema sitemap-image/1.1 in der XML-Datei
Pflichtelemente: url mit der Seiten-URL, image:image als Container, image:loc mit der absoluten Bild-URL
Optional: image:caption und image:title für weiteren Kontext, image:license für Lizenzangaben
Prüfen und einreichen: XML-Syntax testen, dann über die Google Search Console einreichen
CMS: SEO-Plugins erzeugen und aktualisieren Image-Sitemaps automatisch – nur relevante Bilder aufnehmen, keine Icons oder Platzhalter
Aus der PraxisStrukturierte Daten sind derselbe Hebel, der Betriebe auch in KI-Antworten sichtbar macht: Maschinen verstehen, was auf der Seite steht. Mehr dazu unter KI-Sichtbarkeit und SEO für Handwerker.
Kapitel 6
Zusätzliche Tipps: eigene Bilder, kein Text im Bild, Automatisierung
Eigene Bilder schaffen Vertrauen und machen Deine Website unverwechselbar. Stockfotos wirken unpersönlich und werden schnell erkannt – echte Aufnahmen von Team, Werkstatt und Projekten vermitteln Professionalität. Damit die Seite trotzdem schnell lädt, verkleinerst Du die Bilder auf die benötigte Breite und lieferst sie als WebP aus.
Text gehört nicht ins Bild: Eingebetteter Text ist für Suchmaschinen unsichtbar, für Screenreader unzugänglich, auf dem Smartphone oft unleserlich und auf hochauflösenden Bildschirmen unscharf. Lege Text stattdessen per HTML und CSS über das Bild – so bleibt er durchsuchbar, übersetzbar und scharf.
Wiederkehrende Aufgaben automatisierst Du: WordPress-Plugins komprimieren beim Upload, konvertieren in WebP oder AVIF, erzeugen die Größenvarianten und aktivieren Lazy Loading. Cloud-Dienste mit CDN optimieren Bilder in Echtzeit je nach Endgerät. Unabhängig vom Werkzeug gilt: Konvertierung in moderne Formate aktivieren – das bringt den größten Geschwindigkeitsgewinn.
Checkliste vor dem Upload
Motiv: eigenes Foto statt Stockbild, gut belichtet, klarer Bildinhalt
Maße: auf die Anzeigebreite skaliert, Hero maximal 1.920 Pixel
Format: WebP oder AVIF, Logo und Icons als SVG
Name und Alt-Text: beschreibend, mit Bindestrichen, zum Seitenthema passend
Technik: Lazy Loading unterhalb der Falte, Hero-Bild mit hoher Priorität
Bildformate im Vergleich: JPEG, PNG, WebP, AVIF und SVG
Die Übersicht zeigt, welches Format wofür geeignet ist. Faustregel für Betriebe: SVG für Logo und Icons, WebP für Fotos, AVIF dort, wo das CMS es automatisch erzeugt – JPEG und PNG nur noch als Fallback.
unter 150 KBZielgröße für Standardbilder
unter 500 KBMaximum für große Hero-Bilder
bis zu 60 %Anteil der Bilder am Gewicht einer typischen Website
Eigenschaften der fünf Formate
FormatIdeal für · TransparenzKompression · Besonderheit
JPEGIdeal für · TransparenzFotos, komplexe Bilder · keine TransparenzKompression · BesonderheitVerlustbehaftet · breite Unterstützung, heute nur noch als Fallback
PNGIdeal für · TransparenzLogos, Screenshots · TransparenzKompression · BesonderheitVerlustfrei · bei Fotos große Dateien, PNG-8 für einfache Grafiken
WebPIdeal für · TransparenzAllgemeiner Einsatz · TransparenzKompression · BesonderheitBeides · 25 bis 34 % kleiner als JPEG, 97 % Browser-Unterstützung
AVIFIdeal für · TransparenzHochwertige Fotos · TransparenzKompression · BesonderheitBeides · 20 bis 50 % kleiner als WebP, rund 92 % Browser-Unterstützung
SVGIdeal für · TransparenzIcons, Logos, Illustrationen · TransparenzKompression · BesonderheitVektor, verlustfrei · beliebig skalierbar, per CSS anpassbar
Fazit
Bildoptimierung ist der günstigste Geschwindigkeits-Hebel Deiner Website.
Die richtige Kombination aus Format, Komprimierung, Skalierung und Metadaten verkürzt Ladezeiten und verbessert die Sichtbarkeit – in der normalen Suche und in der Bildersuche, in der ein großer Teil der Ergebnisse Bilder enthält. Wer dieses Potenzial nicht nutzt, verschenkt Traffic.
Moderne Formate, srcset, Lazy Loading und lange Cache-Zeiten reduzieren die Ladezeit drastisch. Beschreibende Dateinamen und Alt-Texte machen die Website zugänglicher und geben Suchmaschinen Kontext. Eigene Bilder statt Stockfotos, kein Text im Bild und automatisierte Abläufe sorgen dafür, dass das auch dauerhaft so bleibt.
Format: WebP oder AVIF für Fotos, SVG für Logo und Icons
Gewicht: unter 150 KB pro Bild, Hero maximal 500 KB, immer skaliert
Drei Fragen aus dem Erstgespräch – kurz beantwortet.
AVIF liefert die kleinsten Dateien bei sehr guter Qualität, wird aber noch nicht von allen Browsern unterstützt. WebP bietet eine gute Balance aus Kompression und Qualität und läuft praktisch überall. Unser Tipp: AVIF für maximale Performance, wenn Dein CMS automatisch ein WebP- oder JPEG-Fallback ausliefert – sonst WebP als sicherer Standard.
Richte Dich nach der Anzeigebreite: Bilder über die volle Seitenbreite maximal 1.920 Pixel, alle anderen 1.200 Pixel oder weniger. DPI-Werte spielen im Web keine Rolle. Komprimiere die Bilder vor dem Upload – so verkürzt Du die Ladezeit spürbar, ohne dass die Qualität sichtbar leidet.
Sinnvoll, wenn Deine Website viele Bilder enthält, Bilder per JavaScript lädt oder Du gezielt in der Bildersuche sichtbar sein willst. Für kleine Websites ist sie nicht zwingend, aber eine einfache Ergänzung – die meisten SEO-Plugins erzeugen sie automatisch.